
Forschungsbericht der Medizinischen Fakultät der FAU (Berichtszeitraum 2011 – 2012) 41
sowie die parallele Erfassung von Muttersub-
stanz, Phase-I-Metaboliten und Phase-II-Meta-
boliten. Entsprechende Messergebnisse führen
zu immer konkreteren Aussagen zur akuten
Beeinflussung, zum Konsum- bzw. Einnahme-
zeitpunkt, zu Konsumfrequenz sowie ggf. auch
zu individuellen Varianten bei genetischen Po-
lymorphismen für die am Metabolismus betei-
ligten Enzyme.
Insbesondere bei der Untersuchung von Blut-/
Urinproben älter Menschen sowie bei einer
behaupteten bzw. vermuteten „KO-Mittel”-
Beibringung ist auch der ggf. retrospektive
Nachweis einer einmaligen Exposition von Be-
deutung, wobei hier als Zielanalyte weniger die
klassischen Drogen, sondern vielmehr Medika-
mentenwirkstoffe im Vordergrund stehen. Als
Untersuchungsmedien werden routinemäßig
Urin-, Blut- und Haarproben eingesetzt.
Die Anschaffung eines UPLC/MS-MS-Gerätes
bietet die Möglichkeit eines extrem sensitiven
und spezifischen Nachweises einer Vielzahl
von Analyten in unterschiedlichsten biologi-
schen Matrixes. Bislang wurden Probenvorbe-
reitungs- und Messroutinen für insgesamt 48
Psychopharmaka und ihre aktiven Metabolite
(Sedativa, Antidepressiva, Narkotika, Antipsy-
chotika) etabliert und überwiegend bereits in
einem externen Auditverfahren akkreditiert.
Zudem wurde die gleichzeitige selektive Quan-
tifizierung von Opiaten und ihren Glucuroni-
den sowie die Quantifizierung von Ethylglucu-
ronid als mittelfristig in biologischen Matrixes
nachweisbaren spezifischen Metaboliten von
Ethanol validiert.
Lehre
Für die FAU erbringt das Institut den nach der
ÄAppO vorgegebenen Unterricht für Studie-
rende der Humanmedizin im klinischen Stu-
dienabschnitt mit Hauptvorlesung, Unterricht
in „kleinen Gruppen” („Blockpraktikum”) und
Spezialveranstaltungen. Darüber hinaus wer-
den Lehrexporte an die Juristische und Na-
turwissenschaftliche Fakultät sowie an Studie-
rende der Humanmedizin an der Universität
Regensburg erbracht. Klassische „Forschungs-
verbünde” mit anderen Einrichtungen der FAU
bestehen insbesondere wegen des spezifischen
Charakters des Fachs „Rechtsmedizin” nicht,
kleinere Kooperationen mit klinischen wie auch
theoretischen Disziplinen der Medizin hinge-
gen schon. Darüber hinaus besteht ganzjährig
die Möglichkeit der Teilnahme an Obduktio-
nen, Gerichtsterminen sowie Praktika der fo-
rensischen Analytik.
Ausgewählte Publikationen
Grobosch T, Schwarze B, Stoecklein D, Binscheck T (2012)
Fatal poisoning with Taxus baccata: quantification of
paclitaxel (taxol A), 10-deacetyltaxol, baccatin III, 10-dea-
cetylbaccatin III, cephalomannine (taxol B), and 3,5-dime-
thoxyphenol in body fluids by liquid chromatography-tan-
dem mass spectrometry. J Anal Toxicol, 36: 36-43
Schietke RE, Hackenbeck T, Tran M, Günther R, Klanke B,
Warnecke CL, Knaup KX, Shukla D, Rosenberger C, Koes-
ters R, Bachmann S, Betz P, Schley G, Schödel J, Willam
C, Winkler T, Amann K, Eckardt KU, Maxwell P, Wiesener
MS (2012) Renal Tubular HIF-2a Expression Requires VHL
Inactivation and Causes Fibrosis and Cysts. PLoS ONE, 7:
e31034
Wiest I, Alexiou C, Kuhn C, Schulze S, Kunze S, Mayr D,
Betz P, Jeschke U, Dian D (2012) Expression of different
carbohydrate tumour markers and galectins 1 and 3 in
normal squamous and malignant epithelia of the upper
aaerodigestive tract. Anticancer Res, 32: 2023-9
Grobosch T, Schwarze B, Felgenhauer N, Riesselmann B,
Roscher S, Binscheck T (2013) Eight cases of fatal and
non-fatal poisoning with Taxus baccata. Forensic Sci Int,
227: 118-26
Forschungsrelevante Großgeräte
Applied Biosystems, DNA-Sequenzierautomat
Waters, UPLC/MS-MS
Lumineszenzsignale beim Nachweis unterschiedlich stark verdünnter Blutspuren auf Teppich unter Verwendung der
Reagenzien „Bluestar“ (links) und „Luminol“ (rechts)
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